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Claude Code: Weniger coden, mehr reviewen

Wie Claude Code meinen Alltag verändert hat, warum ich trotzdem noch selbst code — und warum Juniors es gerade schwer haben.

19. Februar 2026

Moin!

Lange nichts geschrieben. Nicht weil mir die Themen ausgegangen wären — eher das Gegenteil. Das letzte Jahr war einfach voll. Viel gearbeitet, viel ausprobiert, viel verändert. Irgendwann merkt man dann, dass der letzte Beitrag fast ein Jahr her ist. Passiert!

Von Aider zu Claude Code

Im letzten Beitrag ging es um Aider. Ich war echt begeistert davon, vor allem vom Architect Mode. Aber kurz danach bin ich auf Claude Code umgestiegen und seitdem nicht mehr zurück. Es hat sich einfach natürlicher angefühlt, der Workflow war runder und die Ergebnisse waren nochmal deutlich besser. Ich hab mich sofort wohlgefühlt damit.

Der neue Alltag

Und hier wird es spannend — weil sich mein Alltag als Entwickler echt krass verändert hat.

Ich schreibe deutlich weniger Code selbst. Der Großteil meiner Arbeit besteht mittlerweile daraus, dem Model zu beschreiben was ich will, und dann zu reviewen was rauskommt. Tests, MR Descriptions, Feature Scaffolding, repetitive Aufgaben — das macht quasi alles Claude Code. Es gibt Features, die komplett ohne eine einzige Zeile von mir gelandet sind. Ich beschreibe, was gebaut werden soll, schaue mir an was rauskommt, gebe Feedback, und irgendwann ist es fertig.

Aber — und das ist mir wichtig — ich schreibe natürlich immer noch Code. Nur eben weniger. Und manchmal ist es tatsächlich schneller, etwas einfach selbst zu machen, anstatt dem Model erstmal den ganzen Kontext zu geben. Ich weiß genau wann es effektiver ist etwas selbst zu machen. Aber diese Momente werden seltener. Je besser die Models werden, desto seltener schreibe ich selbst.

Der Shift ist real. Früher war mein Job: Code schreiben und anderen Code reviewen. Heute ist mein Job: beschreiben, reviewen, korrigieren, freigeben. Ich bin mittlerweile viel mehr Reviewer als Coder.

Der Produktivitätsboost

Was man dafür bekommt, ist echt nicht schlecht. Sachen, die mich früher Stunden oder einen ganzen Tag gekostet haben, sind jetzt in einer halben Stunde erledigt. Gerade bei den Sachen, die keinen Spaß machen — und davon gibt es in jedem Projekt genug — ist das Gold wert. Unit Tests für bestehenden Code schreiben, Boilerplate runterspulen, MR Descriptions formulieren, Refactoring über mehrere Dateien. Alles mega schnell.

Neue Features shippen schneller. Der Output ist höher. Es macht immer noch richtig Spaß — nur anders. Die Zufriedenheit kommt jetzt weniger vom Schreiben selbst und mehr davon, wie schnell man Ergebnisse sieht.

Aber es war mal anders

Früher hat es mehr Spaß gemacht. Das pure Coden, Zeile für Zeile, dieses Flow-Gefühl wenn man drin, ist schon unschlagbar. Neovim Spaß habe ich aber immer noch viel. Man muss mitgehen, sonst kann man nicht mithalten.

Das Problem mit Juniors

Was mich aber wirklich beschäftigt, sind die Juniors. Und damit meine ich nicht “ach, die armen Juniors”, sondern ein echtes strukturelles Problem.

Wenn du heute als Junior anfängst, brauchst du AI um mitzuhalten. Die Erwartungen an die Produktivität sind gestiegen, und wer ohne AI arbeitet, hat es schwer. Also nutzen Juniors AI.

Das Problem: Wenn du nicht genug Erfahrung hast, kannst du nicht bewerten, was die KI dir liefert. Du wirst zum Ja-Sager. Die KI schlägt was vor, du sagst ok, weil du nicht weißt, ob es gut oder schlecht ist. Und die KI macht einfach irgendwas — mit voller Überzeugung.

Ich hatte vor ein paar Monaten einen Junior, der angefangen hat, Unit Tests für den core von Laravel zu schreiben. Einfach so. Weil die KI es vorgeschlagen hat.

Und genau das ist das Problem. Wie baust du Erfahrung auf, wenn die KI die Arbeit macht? Wie entwickelst du ein Gefühl dafür, was guter Code ist, wenn du kaum noch selbst schreibst? Wie lernst du, schlechte Vorschläge zu erkennen, wenn du noch nie selbst eine gute Lösung gebaut hast? Brauchst du überhaupt noch Juniors, wenn die KI so viel übernehmen kann?

Fazit

Die Zukunft ist spannend und beängstigend gleichzeitig. Für mich persönlich hat sich der Wechsel zu Claude Code gelohnt, keine Frage. Aber die Frage, was das für die nächste Generation von Entwicklern bedeutet, die treibt mich um.

Wie sieht es bei euch aus? Meld dich gerne!

Bis zum nächsten Mal.


Hinweis: Auch dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI-Technologien erstellt!

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