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Einmal bitte nochmal 180 Grad: von Arch zu macOS

Vom Arch/i3-Setup mit Split-Tastaturen zu macOS — wie es dazu kam, wie mein Setup heute aussieht und warum ich nichts vermisse.

14. Juli 2026

Moin!

Falls du meine älteren Beiträge kennst, setz dich am besten kurz hin. In „Einmal bitte 180 Grad“ habe ich 2022 von meinem Wechsel auf Arch Linux, i3, Neovim und Split-Tastaturen erzählt. Das war meine Welt: alles minimal, alles Terminal, alles Tastatur.

Jetzt kommt die nächste Drehung: Ich bin seit gut einem Jahr auf macOS. Ja, wirklich. Und das Verrückteste daran — ich vermisse nichts.

Wie kam es dazu?

Eigentlich wollte ich nur Apple Apps bauen und testen. Dafür habe ich mir ein MacBook Air bestellt — reines Arbeitsgerät, dachte ich. Aber das Ding hat mir so gut gefallen, dass ich hängen geblieben bin. Vor allem die Akkulaufzeit hat mich komplett umgehauen.

Kurz danach stand die Entscheidung fest: kompletter Wechsel. Mittlerweile ist ein maximal ausgestattetes MacBook Pro mit M4 Max mein Hauptgerät.

Von i3 zu macOS?

Die größte Sorge war natürlich das Window Management. Nach Jahren mit i3 wollte ich auf keinen Fall zurück zu Fenster ziehen und mühsam anordnen.

Zuerst habe ich AeroSpace getestet, einen Tiling Window Manager für macOS. Grundsätzlich cool, aber es kam hin und wieder zu Laggs — und das kann ich gar nicht ab.

Meine Lösung sieht anders aus: Raycast mit einem Hotkey für jede App, dazu alle Animationen ausgeschaltet. Option 1 = Neomutt, Option 2 = Terminal mit nvim, Option 3 = Browser, Option 4 = Signal, Option 5 = Yaak und so weiter. Ich bin überall mit genau einem Hotkey, alles läuft butterweich und ohne Laggs.

Das Ergebnis: Ich fühle mich eigentlich wie auf i3. Zumal ich sowieso 95% der Zeit im Terminal verbringe.

Terminal bleibt Terminal

Apropos Terminal — hier hat sich fast nichts geändert. Statt Alacritty nutze ich jetzt Kitty, tmux und Neovim sind eins zu eins rübergezogen. Mein Workflow ist derselbe wie vorher, nur das Betriebssystem drumherum ist ein anderes.

Abschied von den Split-Tastaturen

Jetzt wird es emotional xD. Wer „enter the keyboard mounts“ gelesen hat, weiß wie tief ich im Tastatur-Rabbit-Hole steckte: Skeletyl an den Armlehnen montiert, Minidox am Stehtisch, Colemak DH als Layout.

Das ist alles raus. Warum? Es hat mich einfach genervt, wie wenig mobil ich damit war. Mit dem MacBook sitze ich mal auf der Couch, mal am Schreibtisch, mal ganz woanders — und die Tastatur ist immer dabei.

Dafür musste ich mich wieder an QWERTY gewöhnen, aber das ging erstaunlich fix. Und die Tastatur vom Book ist wirklich sehr angenehm. Hätte mir das jemand vor zwei Jahren erzählt, ich hätte nur den Kopf geschüttelt.

Der Akku

Kommen wir zum eigentlichen Grund für den Wechsel. Mit meinem alten Setup waren nach 3–4 Stunden ohne Steckdose Schluss. Mit dem MacBook schaffe ich locker 8 Stunden — bei normalem Arbeitstag mit Terminal, Builds und allem drum und dran.

Das klingt erstmal unspektakulär, verändert aber komplett, wie man arbeitet. Ladekabel? Denke ich einfach nicht mehr drüber nach.

Was vermisse ich?

Ehrlich: nichts. Ich habe lange auf diesen Moment gewartet, wo ich denke „auf Arch wäre das jetzt besser“ — der Moment kam nie. Mein Workflow lebt im Terminal, und das Terminal ist auf macOS genauso gut zu Hause.

Die Linux-Kiste steht übrigens noch unterm Schreibtisch. Falls sie das hier liest: nichts Persönliches!

Fazit

Vor zwei Jahren hätte ich mich selbst für diesen Post ausgelacht. Aber am Ende zählt für mich nicht das Betriebssystem, sondern der Workflow — und der ist mit Raycast, Kitty, tmux und Neovim praktisch identisch zu vorher. Nur eben mit einem Akku, der durch den Tag hält.

Manchmal ist die beste Lösung nicht die, die am meisten nach Hacker aussieht, sondern die, die einfach läuft.

Wie sieht es bei euch aus — auch mal die Seiten gewechselt? Meld dich gerne!

Bis zum nächsten Mal.

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